ALPTREES

Die Anpassung europäischer Wälder und städtischer Gebiete an den Klimawandel kann durch nicht einheimische Baumarten unterstützt werden. Das Projekt ALPTREES will wissensbasierte Entscheidungshilfen für ihren Einsatz im Alpenraum unter Einbeziehung von Nutzen und möglichen Risiken für die biologische Vielfalt und die Ökosystemfunktionen verbessern.

Lichtdurchfluteter Wald

ALPTREES entwickelt eine länderübergreifende Strategie zur verantwortungsvollen Nutzung und Bewirtschaftung nicht-einheimischer Baumarten im Alpenraum. Die Umsetzung erfolgt durch insgesamt 12 Partner aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Slowenien und Italien sowie Beobachtern aus der Schweiz.

Die bisherigen Erfahrungen im Umgang mit nicht heimischen Baumarten sind oft länder- bzw. stadtspezifisch und werden selten ausgetauscht. Im Hinblick auf Nutzen und Risiken nichtheimischer Baumarten ist allerdings ein transnationaler Ansatz erforderlich, um deren Rolle in den künftigen Ökosystemen des Alpenraums zu qualifizieren. Die länderübergreifende Herausforderung besteht darin, die derzeitigen und künftigen Vorteile und negativen Auswirkungen nicht heimischer Baumarten zu ermitteln.

Derzeit sind 4 % der europäischen Waldfläche (8,5 Mio. ha) mit über 150 verschiedenen nicht einheimischen Baumarten bewachsen. Darüber hinaus werden nicht heimische Baumarten in großer Zahl angepflanzt und als Zierpflanzen kultiviert, insbesondere in städtischen und stadtnahen Gebieten. Vorteile nicht heimischer Baumarten liegen in der Anpassung an den Klimawandel, ihrem Beitrag zur Bioökonomie, der grünen Infrastruktur in Städten und der Abschwächung von Naturgefahren. Risiken liegen vor allem in ihrer Invasivität und den Auswirkungen auf die heimische biologische Vielfalt. Bevor Bewirtschaftungsentscheidungen vor allem in empfindlichen Ökosystemen wie dem Alpenraum getroffen werden, müssen diese Risiken und Vorteile sorgfältig abgewogen werden.

Die wichtigsten Ergebnisse von ALPTREES sind Umsetzungselemente, die die biologische Vielfalt verbessern und schützen, die ökologische Konnektivität und die kulturellen Ressourcen gewährleisten und gleichzeitig ein hohes Maß an Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel im gesamten Alpenraum erhalten sollen.

Diese Umsetzungselemente umfassen

  • die Entwicklung einer Datenbank über nicht heimische Baumarten,
  • eine Vorhersage ihrer aktuellen und potenziellen Verbreitung im Alpenraum unter Klimawandelszenarien,
  • die Bestimmung ihres invasiven Potenzials und
  • die Analyse der verschiedenen Ökosystemleistungen nicht heimischer Baumarten, um die Abwägung zwischen Risiken und Nutzen zu bewerten.

Die transnationale Kooperationsstrategie soll als technische Leitlinie Entscheidungsfindungsinstrumente zur Anpassung an den Klimawandel und für die Planung bereitstellen. Vor allem soll sie den Akteurinnen und Akteuren aus der Forstwirtschaft, dem Naturschutz, der Holzindustrie sowie der ländlichen und städtischen Planung Instrumente in die Hand geben, um zwischen negativen und positiven Auswirkungen nicht heimischer Baumarten auf Ökosystemleistungen und funktionale Bedürfnisse im Alpenraum zu unterscheiden. (IK, September 2021)

Projektleitung

Bundesforschungszentrum für Wald (Ö)

Projektpartner

Stadt Klagenfurt
INRAE (FR)
SFI (SL)
FEM (IT)
FVA (D)
IIASA (Ö)
CEREMA (FR)
Municipality of Maribor (SL)
RA Sora (SL)
LAMORO (IT)
Comune di Trento (IT)

Projektlaufzeit

1.10.2019 - 30.6.2022

Projektwebsite