Unwetterwarnung via Handy geplant

In den nächsten Jahren soll in Österreich ein öffentliches Warnsystem mit Cell-Broadcast-Technologie etabliert werden. Damit Behörden zukünftig die österreichische Bevölkerung mit automatischen Push-Nachrichten auf dem Handy vor Unwettern und Katastrophen warnen. Die zugrundeliegende Verordnung wurde im März veröffentlicht.

Foto Navigationssystem

Geplant ist, dass Warnungen vor Unwettern wie Stürmen, Gewittern und Hochwasser mittels Cell-Broadcast-Technologie automatisch an alle Handys abgesetzt werden können, die in die Mobilfunkzellen der betreffenden Region eingewählt sind. Mit dieser Technologie ist es möglich, eine Nachricht über eine Vielzahl von Funkzellen gleichzeitig versenden zu lassen und damit innerhalb weniger Sekunden Millionen Mobilfunknutzer:innen zu benachrichtigen.

Vorteil der Technologie ist, dass keine Anmeldung erforderlich ist und damit keine Daten der Handynutzer:innen gespeichert werden müssen. Auch ältere Geräte, die nicht App-fähig sind, und Handys ohne Internetverbindung werden die Warnungen empfangen können.

In den USA, den Niederlanden, Kanada und Japan wird diese Technologie bereits seit einigen Jahren umgesetzt. In Österreich muss erst die nötige Infrastruktur aufgebaut werden, sowohl seitens Mobilfunkbetreibenden als auch der Behörden. Zuständig für die Infrastruktur und das Absetzen der Warnungen sollen die Landeswarnzentralen und das BMI sein.

Die Verordnung, in der die technische Ausgestaltung des Warnsystems geregelt wird, wurde Mitte März 2023 erlassen. Der Verordnung liegt eine EU-Richtlinie (EECC-RL) zugrunde. An der Umsetzung wird gearbeitet, einen konkreten Zeitplan für die Inbetriebnahme gibt es jedoch laut orf.at-Bericht noch nicht. (AS, Juni 2023)