45 Expert:innen, fünf Themen, viele Ideen: Der Adaptathon in Innsbruck

Der Arbeitsalltag lässt oft wenig Raum für Austausch und gemeinsame Ideenentwicklung. Der Adaptathon schafft dafür den passenden Rahmen: Am 30. April 2026 brachte das Anpassungsnetzwerk beim 2. Adaptathon in Innsbruck engagierte Akteur:innen der Klimawandelanpassung zusammen.

45 Teilnehmende aus Praxis, Verwaltung und Beratungseinrichtungen nützten die Gelegenheit, aktuelle Themen der Klimawandelanpassung aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu beleuchten. Das große Interesse und das hohe Engagement zeigten, wie wertvoll der Austausch über Sektor- und Organisationsgrenzen hinweg ist.

Gruppenfoto der Teilnehmer:innen des Adaptathon in Innsbruck

Elf Teilnehmende brachten ihre Themenvorschläge in kurzen Pitches ein. Die Gruppe wählte daraus fünf Themen für die vertiefende Bearbeitung aus. Zwei Vorschläge wurden aufgrund inhaltlicher Überschneidungen unter dem Schwerpunktthema „Zunehmende Hitze“ zusammengeführt. In drei aufeinander aufbauenden Arbeitsrunden wurden die ausgewählten Themen diskutiert und weiterentwickelt:

  • Siedlungsgrün
  • Nachhaltige Mobilität bei Hitze: Zu Fuß gehen, Radfahren und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver gestalten
  • Klimawandelanpassung an Schulen - Methoden zur Kommunikation und Bewusstseinsbildung
  • Cool Places - Öffentliche Gebäude: Hitze und vulnerable Gruppen
  • Anpassung der Berglandwirtschaft (Grünland, Almen, Obstbau)

Weitere eingebrachte Themen – darunter Bewusstseinsbildung bei regionalen Akteur:innen, Monitoring und Evaluierung von Anpassungsmaßnahmen, Klimaanalysen als Grundlage für Anpassungsstrategien, funktionierende Verwaltungsstrukturen sowie die Reduktion des Wasserverbrauchs – konnten im Rahmen des Adaptathons nicht weiter vertieft werden.

Ideen entwickeln in mehreren Runden

Die erste Arbeitsrunde diente dazu, ein gemeinsames Verständnis der jeweiligen Themen zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Relevanz des Themas, den zugrunde liegenden Herausforderungen und Risiken sowie den potenziellen Chancen und den betroffenen Zielgruppen.

In der zweiten Runde arbeiteten die Teilnehmenden im World-Café-Format an ersten Lösungsansätzen. Aufbauend auf den Erkenntnissen der ersten Runde wurden Ideen entwickelt, wie die aktuelle Situation in den jeweiligen Themenfeldern verbessert werden kann. Dabei standen konkrete Projektideen, mögliche Aktivitäten und die Abgrenzung der Vorhaben im Fokus.

Gruppe diskutiert beim Adaptathon
Gruppe diskutiert beim Adaptathon

In der dritten und letzten Runde wurden ausgewählte Ideen weiter konkretisiert. Die Gruppen erarbeiteten erste Umsetzungsschritte, diskutierten notwendige Ressourcen, mögliche Partner:innen und Zuständigkeiten sowie potenzielle Risiken und Wege zu deren Bewältigung.

Für jedes Thema fand im Anschluss ein Online-Follow-up statt, um die Ergebnisse zu reflektieren, weiterzuentwickeln und für das Anpassungsnetzwerk zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden auf der Website des Anpassungsnetzwerks veröffentlicht.

Die Teilnehmenden nahmen nicht nur neue Kontakte innerhalb der Anpassungs-Community mit, sondern auch konkrete Projektideen, Umsetzungsperspektiven und viel Motivation für die weitere Arbeit an der Klimawandelanpassung. (AS, Juni 2026)