Waldbrände in den Alpen - Stand des Wissens und weitere Herausforderungen

Zusammenfassung (Quelle: Forst fires in the alps - state of knowledge and further challenges, White Paper for policy makers, 2019)

In den letzten Jahren haben die Intensität von Waldbränden und die verbrannten Flächen aufgrund des anthropogenen Klimawandels weltweit zugenommen. Die jüngsten Waldbrandereignisse haben deutlich gezeigt, dass Waldbrände auch im Alpenraum ein dringendes Problem sind, das zur Zerstörung von Schutzwäldern führen kann, die Anfälligkeit für Naturgefahren erhöht und hohe Kosten von bis zu Millionen Euro für einen Brand verursacht. Die Häufigkeit und Schwere von Waldbränden wird in Zukunft aufgrund des Klimawandels, der verstärkten Erholungsnutzung der Wälder und der veränderten Waldbewirtschaftung wahrscheinlich zunehmen. Besonders Schutzwälder, die von Nadelbaumarten dominiert werden, sind an Südhängen gefährdet. Die Auswirkungen von Waldbränden können zu neuen lawinengefährdeten Hängen, einem höheren Risiko von Steinschlag, Schlammlawinen oder Bodenerosion führen. Außerdem können die Kosten für die Brandbekämpfung, die Wiederherstellung der Wälder und notwendige Schutzmaßnahmen stark ansteigen.

Im Rahmen der EUSALP - EU-Strategie für den Alpenraum zielt die Aktionsgruppe 8 darauf ab, das Risikomanagement zu verbessern und die Governance-Mechanismen anzupassen, indem die bestehenden Kooperationsstrukturen ausgebaut und aufgewertet werden. Die Identifizierung von Good-Practice-Lösungen im Umgang mit dem Klimawandel ist eine der Hauptaktivitäten. In diesem Zusammenhang hat das österreichische Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) das Projekt "Waldbrände in den Alpen: Wissensstand und zukünftige Herausforderungen" in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und den Mitgliedern der Aktionsgruppe 8 gestartet.

Es wurde ein Expertinnen/Expertenpanel zu Waldbränden eingerichtet, gefolgt von der Konzeption und Durchführung einer mehrsprachigen Online-Umfrage. Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, Behörden und Mitglieder von Aktionsgruppen aus allen EUSALP-Mitgliedsstaaten (Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Slowenien und der Schweiz) nahmen an der Umfrage teil. Basierend auf den Ergebnissen der Umfrage wurden die Prozesse, rechtlichen Grundlagen und größten Herausforderungen bei der Waldbrandprävention, -bekämpfung und -nachsorge im Alpenraum identifiziert. Im Juni 2019 wurde ein Waldbrand-Workshop in Wien abgehalten, um Erfolgsgeschichten zum Brandmanagement zu identifizieren und die wichtigsten Elemente eines integrierten Brandmanagements für den Alpenraum zu diskutieren.

Basierend auf der englischen Veröffentlichung wurde in einer Folgearbeit eine deutsche Version des Weißbuchs fertiggestellt. Es ist wichtig zu erwähnen, dass es sich hierbei nicht nur um eine Übersetzung handelt, sondern dass der Bericht komplett überarbeitet, wo nötig ergänzt oder gekürzt und an den österreichischen Kontext angepasst wurde. Streng genommen handelt es sich also nicht um die gleiche Publikation wie die englische Version, sondern wurde an die österreichischen Verhältnisse angepasst und kann somit als Grundlage für die strategische Programmierung der vorgeschlagenen Initiativen für ein integriertes Waldbrandmanagement in Österreich dienen.