Systemische Antwort auf multiple Krisen sind gefragt

Das erste European Climate Risk Assessment (EUCRA) der EU zeigt eindrucksvoll, wie Klimarisiken weit über Umweltbereiche hinaus andere Politikfelder beeinflussen – oft unbeachtet und mit kaskadischen Effekten. Systemische Ansätze gewinnen daher im Umgang mit den komplexen Wechselwirkungen multipler Krisen zunehmend an Bedeutung.

Am 1. April 2025 lud die Europäische Umweltagentur (EEA) zum Webinar „Systemic risk governance at the time of the triple planetary crisis“ ein, um sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Ruth Richardson vom Accelerator for Systemic Risk Assessment (ASRA) betonte im Webinar eindringlich: Nur wer Risiken ganzheitlich betrachtet, kann wirksam handeln. Isolierte Maßnahmen führen oft zu Fehlanpassungen – auch im Förderwesen, das bislang stark Sektor-orientiert ausgerichtet ist. Eine Neuorientierung sowie Investitionen in systemische Resilienz sind dringend notwendig. Auch die traditionellen Governance-Strukturen müssen sich ändern, um den Herausforderungen der neuen Krisenrealität gerecht zu werden.

Passend dazu veröffentlichte die EU Ende März 2025 die „Preparedness Union Strategy“, die den Fokus auf Antizipation und Vorsorge legt – ein klares Signal für eine vorausschauende und präventive Politik in einer Zeit neu auftretender Bedrohungen und Krisen. Die Strategie basiert auf einem gesamtgesellschaftlichen und gesamtstaatlichen Ansatz und versucht, alle Gefahren integriert abzudecken. Mit dem Klimawandel als ein zentrales Risiko spielt auch die Anpassung an den Klimawandel eine zentrale Rolle: Eine der 30 Kernmaßnahmen ist der Vorschlag eines Klimawandelanpassungsplans. (LK, April 2025)