Anpassen statt abwarten: Zwei neue Lehrgänge machen Gemeinden und Unternehmen klimafitter
Um Gemeinden und Unternehmen im Umgang mit Klimafolgen zu stärken, hat die Umweltbundesamt GmbH zwei neue Online-Lehrgänge entwickelt. Sie richten sich an in Gemeinden aktive Personen sowie Unternehmensberater:innen. Beide Formate sollen 2026 weitergeführt werden.
Eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart ist es, den zahlreichen lokal wirkenden Folgen des Klimawandels auch lokal mit konkreten Maßnahmen entgegenzuwirken. Nur so können die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels abgewehrt oder zumindest gemildert und mögliche Chancen frühzeitig erkannt und genutzt werden. Für zwei Gruppen, für die es bisher noch keine Fortbildungsangebote zu Klimawandelanpassung gab, wurden nun Schulungskonzepte und -materialien entwickelt. Zum einen sind das Akteur:innen der Gemeinden – sei es aus der Politik, der Verwaltung oder sonstigen kommunalen Tätigkeitsbereichen – und zum anderen Unternehmensberater:innen.
Online-Lehrgang „Kommunale Klimawandelanpassung“
Der Online-Lehrgang „Kommunale Klimawandelanpassung“ wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) beauftragt. Er befähigt kommunale Akteur:innen, das Thema Klimawandelanpassung auf Gemeindeebene auszurollen, lokale Betroffenheiten und Risiken zu identifizieren, maßgeschneiderte Maßnahmen zur Anpassung zu initiieren, deren Umsetzung zu koordinieren und langfristig zu begleiten. Darüber hinaus können überregionale Programme, Förderungen, Einrichtungen sowie Wissens- und Datengrundlagen zum Thema Klimawandelanpassung genutzt werden. Das ausgearbeitete Schulungskonzept wurde durch die Umweltbundesamt GmbH mit der Unterstützung von Klimabündnis Österreich im September und Oktober 2025 erstmals in der Praxis getestet. 27 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich – von Vorarlberg bis ins Burgenland und von der kleinen Landgemeinde bis nach Wien – wurden in drei Modulen ausgebildet. Das Erlernte wurde sodann in Form einer praxisrelevanten Projektarbeit angewandt. Die von den Absolvent:innen im Rahmen einer Postersession, der unter anderem auch Vertreter:innen des BMLUK sowie der Landes-Klimakoordinationen beiwohnten, präsentierten Ergebnisse konnten sich in jeder Hinsicht sehen lassen und deckten die volle Bandbreite der Klimawandelfolgen ab: Von Hitze und Trockenheit über Starkregen und Überflutungen bis hin zu Biodiversitätserhalt und Umgang mit Neobiota – all diese Folgen wurden mit konkreten Maßnahmen adressiert. Auch das Feedback durch die Teilnehmenden fiel sehr positiv aus, wobei unisono die Wichtigkeit und Notwendigkeit eines solchen Formates für kommunale Klimawandelanpassung betont wurde.
Schulungs- und Beratungskonzept zu „Klimawandelanpassung in Betrieben
Die zweite Fortbildungsinitiative richtet sich an Unternehmensberater:innen der Regionalprogramme. Die Regionalprogramme sind ein gemeinsames Programm der Bundesländer und des Klima- und Energiefonds und bieten geförderte Beratungsleistungen für Betriebe und öffentliche Einrichtungen in den einzelnen Bundesländern. Mit den Regionalprogrammen wird die Identifizierung von vorhandenen Potentialen im Klima- und Energiebereich vorangetrieben und es werden Maßnahmen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz, der Anwendung erneuerbarer Energieträger und der Anpassung an den Klimawandel ausgearbeitet.
Im Auftrag des Klima- und Energiefonds hat die Umweltbundesamt GmbH gemeinsam mit dem Klimabündnis Oberösterreich ein Schulungs- und Beratungskonzept zu „Klimawandelanpassung in Betrieben“ entwickelt. Es ist die Basis einer qualitätsgesicherten Weiterbildung für bereits aktive Unternehmensberater:innen. Ziel ist, ein breites Verständnis für alle Bereiche der Klimawandelanpassung zu schaffen und zu vermitteln, auf welcher Datenbasis eine Beratung zu den Folgen des Klimawandels aufgebaut werden soll. Zusätzlich werden zwei Schwerpunktthemen näher beleuchtet: Hitze und Starkregen (inkl. Hagel). Im Oktober 2025 wurde in einem Testdurchgang mit einer Gruppe Unternehmensberater:innen aus ganz Österreich die zweitägige Schulung erstmals durchgeführt und die entwickelten Beratungsmaterialien vorgestellt. Das Feedback der Unternehmensberater:innen zur Schulung war sehr positiv, eine weitere Schulung für 2026 ist bereits in Diskussion.
Mit den beiden neuen Fortbildungen steht nun ein umfangreiches, standardisiertes und qualitätsgeprüftes Angebot zur Verfügung, um Klimawandelanpassung in Gemeinden und über Unternehmensberater:innen auch in Betrieben noch besser zu verankern. Die positiven Ergebnisse der Pilotdurchgänge zeigen, wie groß das Interesse und der Handlungsbedarf auf lokaler Ebene sind. Durch weitere Umsetzungen der beiden Lehrgänge kann ein entscheidender Beitrag geleistet werden, Gemeinden und Unternehmen noch resilienter gegenüber den Klimafolgen zu gestalten. (PW, TS; Dezember 2025)
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