UNHCR-Klimabericht zeigt wachsende Bedrohung von Flüchtlingen und Vertriebenen durch Klimawandel auf
Der erste UNHCR-Klimabericht „Kein Entkommen – An den Frontlinien von Klimawandel, Konflikten und erzwungener Vertreibung“, der in Zusammenarbeit mit 13 Expert:innenorganisationen, Forschungseinrichtungen und von Flüchtlingen geführten Organisationen veröffentlicht wurde, zeigt anhand neuester Daten, wie Klimaschocks mit Konflikten interagieren.
Der Bericht prognostiziert, dass bis 2040 insgesamt 65 Länder extremen klimabedingten Gefahren ausgesetzt sein werden. Viele dieser Länder beherbergen Vertriebene: Drei Viertel der weltweit mehr als 120 Millionen Vertriebenen leben bereits in Ländern, die stark unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden. So hat beispielsweise der Konflikt im Sudan mehrere Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, wovon etwa 700.000 in den benachbarten Tschad geflohen sind – eines der Länder, welches selbst sehr unter klimatischen Veränderungen leidet. Gleichzeitig besteht für viele, die zwar vor den Kämpfen geflohen, aber im Sudan geblieben sind, die Gefahr einer weiteren Vertreibung aufgrund schwerer Überschwemmungen, die den Sudan derzeit heimsuchen.
Der Bericht weist auch darauf hin, dass die zur Verfügung gestellten Mittel für Flüchtlinge, Aufnahmegemeinschaften und andere gefährdete Gruppen in instabilen und von Konflikten betroffenen Ländern bei Weitem nicht ausreichen, um die wachsenden Bedürfnisse zu decken. Besonders betroffen sind Länder, die sowohl mit klimatischen als auch konfliktbedingten Herausforderungen zu kämpfen haben: Im Zeitraum von 2014 bis 2021 erhielten fragile Staaten lediglich 10,8 USD pro Person und Jahr an Anpassungsfinanzierung, während extrem fragile Staaten sogar nur 2,1 USD pro Person erhielten. Demgegenüber stehen 161,7 USD pro Person in nicht-fragilen Staaten. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Mittel auf städtische Regionen konzentriert ist, während ländliche Gebiete mit erhöhter Vulnerabilität teils nur zweitrangig behandelt werden.
Auch Österreich spielt eine wichtige Rolle im Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf vulnerable Bevölkerungsgruppen. Die Austrian Development Agency (ADA) als die operative Einheit der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit setzt gezielt Projekte zur Förderung der Klimaresilienz in Ländern des Globalen Südens um. Besonders in Afrika südlich der Sahara und in fragilen Staaten unterstützt die ADA Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie nachhaltige Wasser- und Landwirtschaftsprogramme, die sowohl die Lebensgrundlage der Menschen sichern als auch Umweltressourcen schützen sollen. Neben technischer Hilfe fördert die ADA auch Bildungsprojekte, um die Kapazitäten von Gemeinden im Umgang mit klimatischen Herausforderungen zu stärken. Durch solche Maßnahmen trägt Österreich dazu bei, die Auswirkungen des Klimawandels auf Vertriebene und ihre Aufnahmegemeinschaften zu mindern und die globale Klimafinanzierung inklusiver zu gestalten.
(TDH, Jänner 2025)