Österreichische Anpassungsstrategie

Die österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde am 23. Oktober 2012 von der Bundesregierung verabschiedet und am 16. Mai 2013 von der Landeshauptleutekonferenz zur Kenntnis genommen.

 

Ziel der Strategie ist es, nachteilige Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden und die sich ergebenden Chancen zu nutzen. Sie schafft einen bundesweiten übergeordneten und mit allen Betroffenen abgestimmten Handlungsrahmen, aus dem konkrete Maßnahmen in den unterschiedlichen Bereichen für die nationale und sub-nationale Ebene abgeleitet werden können. Die Umsetzung der Strategie wird in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unter Beachtung der entsprechenden Zuständigkeiten erfolgen.

 

Die vorliegende österreichische Anpassungsstrategie gliedert sich in zwei Teile: in ein strategisches Rahmenwerk („Kontext“) und in einen Aktionsplan. Der Kontext behandelt Grundsatzfragen und erklärt die Einbettung der Strategie in den Gesamtzusammenhang. Im Aktionsplan wird auf die Vulnerabilität der jeweiligen Aktivitätsfelder eingegangen und daraus abgeleitet konkrete Handlungsempfehlungen zur Anpassung dargestellt.

 

Folgende 14 Aktivitätsfelder werden in der Strategie behandelt: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, Energie (Fokus Elektrizitätswirtschaft), Bauen und Wohnen, Schutz vor Naturgefahren, Katastrophenmanagement, Gesundheit, Ökosysteme/Biodiversität, Verkehrsinfrastruktur, Raumordnung, Wirtschaft/Industrie/Handel und Städte (Fokus urbane Frei- und Grünräume).

Schritte zur Umsetzung

 

Mit dem politischen Beschluss der österreichischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde ein wesentlicher Meilenstein im Anpassungsprozess erreicht. Jedoch ist die Anpassung an den Klimawandel ein kontinuierlicher Prozess, der unmittelbar beginnen muss, sich jedoch über längere Zeithorizonte erstreckt. Eine kontinuierliche Verbesserung des Wissensstandes und Erfahrungen in der Umsetzung sind Grundlage für ein stetes Lernen und die Voraussetzung dafür, den Weg auf lange Sicht erfolgreich zu beschreiten.

 

Im nächsten Schritt werden daher nachfolgende Fragen einer vertiefenden Bearbeitung zugeführt bzw. folgende Initiativen gestartet:

  • Wissenschaftlich-ökonomische Evaluierung der Konsequenzen des Klimawandels in Österreich („Kosten des Nichthandelns“ und „Schätzung der Anpassungskosten“) bis Mitte 2015;
  • Entwicklung eines Kriterienkatalogs bis Frühjahr 2014, der es erlaubt, den Erfolg bei der Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie zu überprüfen und klar darzustellen;
  • Kontakt zu jenen AkteurInnen aufzunehmen, die im Strategieerstellungsprozess aktiv einbezogen waren und mit ihnen die notwendigen Schritte zur Umsetzung zu diskutieren. Im ersten Schritt wird dabei auf die Bundesländer zugegangen.

Entstehungsgeschichte der Strategie

 

Die Strategie wurde über fünf Jahre lang im Auftrag des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) ausgearbeitet. Der Erstellungsprozess war geprägt durch eine breite und aktive Beteiligung von VertreterInnen der Ressorts, der Länder, Interessensverbänden, Stakeholdern, NGOs und sonstigen Institutionen. Das Umweltbundesamt war in diversen Arbeiten zur Erstellung der Strategie aktiv eingebunden; unter anderem hat es den Beteiligungsprozess von rund 100 Institutionen organisiert.

Letzte Änderung: 09.12.2015