Glossar

ACRP

Austrian Climate Research Program

Das Austrian Climate Research Program (ACRP) des Klima- und Energiefonds ist eine wichtige Forschungsschiene für Fragestellungen zu Klimawandel und Anpassung. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in der Erforschung nationaler Ausprägungen und Auswirkungen des Klimawandels und der sich daraus ergebenden Anpassungserfordernisse bis hin zu inter- und transdisziplinären Vulnerabilitätsstudien, Risikomanagementansätzen und Policy-Analysen.

Aktionsplan

Aktionspläne beinhalten konkrete Handlungsempfehlungen für die Anpassung.

In vielen Fällen sind solche Handlungsempfehlungen umfangreich beschrieben und enthalten vor allem hilfreiche Informationen für die Umsetzung.

Anpassung an den Klimawandel

Anpassung bezeichnet Maßnahmen, mit denen natürliche und menschliche Systeme (z.B. Tourismus, Landwirtschaft) gewappnet werden, um die Folgen des Klimawandels möglichst unbeschadet zu überstehen

oder auch mögliche positive Folgen des Klimawandels nutzbar zu machen. Die Maßnahmen zur Anpassung sind vielfältig. Manche sorgen vor, andere reagieren auf bereits eingetretene Veränderungen. Manche werden vom Staat initiiert, andere von privaten Organisationen oder betroffenen Menschen. Manche geschehen autonom, andere sind geplant. Beispiele sind unter anderem der Einsatz von Pflanzen in der Land- und Forstwirtschaft, die besser mit Hitze umgehen können, der Ausbau von Kommunikationssystemen zur Verbesserung des Risikomanagement usw.

Anpassungsfähigkeit

Anpassungsfähigkeit (oder auch Anpassungskapazität) in Bezug auf den Klimawandel ist das Vermögen eines Systems, sich auf Klimaänderungen einzustellen, um potentielle Schäden abzuschwächen und mögliche Vorteile zu nutzen.

Der Begriff umfasst das gesamte Potenzial eines Systems, z.B. eines Ökosystems, einer Gemeinschaft, einer Region, einer Kommune, eines Unternehmens, sich auf den Klimawandel (einschließlich schleichender Veränderungen und Einzelereignissen) mit seinen Folgen einzustellen. Die Anpassungsfähigkeit eines Landes hängt davon ab, welche Institutionen, Fähigkeiten und Ressourcen ihm zur Verfügung stehen. Weiters ist die Anpassungsfähigkeit stark vom politischen Willen, wichtige Schritte in Richtung Anpassung zu setzten, abhängig.

Anpassungsstrategie

Anpassungsstrategien sind langfristig angelegte Konzepte die das Ziel verfolgen, Nachteile von tatsächlichen oder erwarteten Klimaveränderungen zu mindern und Vorteile zu nutzen.

Anpassungsstrategien geben vor allem eine strategische Richtung vor und setzen den Rahmen, in dem konkrete Handlungsempfehlungen implementiert werden sollen. Konkrete Handlungsempfehlungen, inklusive z.B. der Ausweisung von Verantwortlichkeiten sowie des Ressourcenbedarfs für die Umsetzung, sind in vielen Fällen in sogenannten „Aktionsplänen“ zu finden.

AustroClim

AustroClim war zwischen 2002 und 2013 eine österreichische Klimaforschungsinitiative.

Österreichische Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die in der Klima- und Klimafolgenforschung tätig sind, schlossen sich zwischen 2002 und 2013 in der "Klimaforschungsinitiative AustroClim" zusammen, um sich in fächerübergreifender Kooperation den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Seit Februar 2013 werden diese Agenden vom Climate Change Centre Austria wahrgenommen.

biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt oder Biodiversität umfasst drei Bereiche: die Vielfalt von Ökosystemen, die Vielfalt der Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.

Die Biologische Vielfalt (Biodiversität) umfasst die Vielfalt der Arten (Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen), die Vielfalt der Ökosysteme oder Lebensräume, in denen die Arten leben, sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, also auch Rassen oder gezüchtete Sorten.

Biotopverbund

Ein Biotopverbund oder eine Biotopvernetzung ist die Schaffung eines Netzes von (Einzel-)Biotopen, welches das Überleben bestimmter Arten sichert.

Der Biotopverbund besteht dann, wenn ein funktionaler Kontakt zwischen Biotopen (Lebensräumen) besteht, der eine Vernetzung zwischen Populationen von Organismen in Form von Beziehungssystemen ermöglicht. Er funktioniert dann, wenn die zwischen gleichartigen Lebensräumen liegende Fläche für Organismen überwindbar ist, so dass ein beidseitiger Individuenaustausch möglich ist.

C3-Pflanzen

Bei C3-Pflanzen wird das Kohlendioxid in Form einer Verbindung mit 3 Kohlenstoffatomen fixiert (=C3).

Bei normalen Temperatur- und Lichtverhältnissen ist der Grundtypus der Photosynthese, der in den sogenannten C3-Pflanzen stattfindet, am effektivsten. Bei heißem und trockenem Wetter schließen sich jedoch die Spaltöffnungen, weshalb die Photosyntheseleistung sinkt. Dann sind C4- bzw. CAM-Pflanzen im Vorteil. C3 Pflanzen sind z.B. Weizen, Roggen Hafer oder Reis; C4-Pflanzen sind z.B. Mais, Zuckerrohr oder Hirse.

CCCA

Climate Change Centre Austria

Das CCCA wurde 2011 als Anlaufstelle für Forschung, Politik, Medien und Öffentlichkeit für alle Fragen der Klimaforschung in Österreich gegründet und fördert den nachhaltigen Klimadialog. Folgende Ziele werden verfolgt: (1) Stärkung der Klimaforschungslandschaft in Österreich , (2) Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, (3) Unterstützung des Wissenstransfers sowie (4) Beratung von Politik und Gesellschaft.

CO

Das giftige Gas Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei unvollständiger Verbrennung unter zu wenig Sauerstoff.

Kohlenmonoxid beeinträchtigt als starkes Atemgift den Sauerstofftransport im menschlichen Körper und führt bereits bei niedrigen Vergiftungen zu Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem wie Beeinträchtigung der Zeitempfindung, der Helligkeitsempfindung und Sehleistung sowie psychomotorische Störungen.

CO2

CO2 ist ein natürlich vorkommendes Gas, das auch als Nebenprodukt aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe (z.B. Öl, Gas und Kohle), oder der Verbrennung von Biomasse sowie durch Landnutzungsänderungen und verschiedenen industriellen Prozessen entsteht.

Kohlenstoffdioxid ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, das 2013 die Schwelle von 400 ppm (parts per million, Teile pro Million) überschritten hat. Es ist ein wichtiges Treibhausgas (neben Gasen wie z.B. Methan, Distickstoffoxide), das die Strahlungsbilanz der Erde beeinflusst.

CO2-Äquivalent

Treibhauswirksamkeit eines Gases, bezogen auf diejenige von Kohlendioxid.

Treibhausgase haben durch ihre unterschiedlichen Strahlungseigenschaften und Lebensdauer in der Atmosphäre auch einen unterschiedlichen erwärmenden Einflusses (Strahlungsantrieb) auf das globale Klimasystem. Diese erwärmenden Einflüsse können durch eine gemeinsame Masseinheit auf der Basis des Strahlungsantriebs von CO2 ausgedrückt werden. Die sechs wichtigsten klimawirksamen Gase sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CO4), Distickstoffoxid (N2O, Lachgas), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Düngeeffekt durch CO2

Verstärktes Pflanzenwachstum als Folge einer gestiegenen atmosphärischen Kohlendioxid- (CO2)-Konzentration.

Abhängig von ihrem Photosynthesemechanismus sind bestimmte Pflanzentypen empfindlicher gegenüber Veränderungen der atmosphärischen CO2-Konzentration. Ein erhöhter CO2 Gehalt kann sich generell positiv auf die Ertragshöhe auswirken, jedoch ist noch unklar, welche Auswirkungen dies auf die Qualität hat.

Empfindlichkeit

Empfindlichkeit (oder Sensitivität) bezeichnet das Maß, in dem ein natürliches oder menschliches System durch Klimaänderungen beeinflusst werden kann.

Die Empfindlichkeit (oder Sensitivität) beschreibt, wie stark ein Mensch-Umwelt-System durch Klimaänderungen beeinflussbar bzw. veränderbar ist. Die Veränderung kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen mit sich bringen. Änderungen des Systems können eine direkte (z. B. Änderung der Erntemengen durch veränderte klimatische Bedingungen) oder eine indirekte (z. B. Einkommensverluste für landwirtschaftliche Betriebe durch geringere Ernteerträge) Folge von Klimaänderungen sein. Die Vulnerabilität einer Region, eines Systems oder eines Aktivitätsfeldes gegenüber unerwünschten Auswirkungen von Klimaänderungen ist stark von der jeweiligen regionalen Ausgangssituation abhängig und wird gemäß der Definition des IPCC überwiegend von den drei Komponenten der Exposition, der Empfindlichkeit (Sensitivität) und der Anpassungskapazität bestimmt.

endemische Arten

Als endemisch werden Arten bezeichnet, die nur in bestimmten, geografisch klar abgegrenzten Bereichen vorkommen.

Als endemisch werden Arten bezeichnet, die nur in bestimmten, geografisch klar abgegrenzten Bereichen vorkommen (z.B. in isolierten Seen, Täler, oder auf Inseln usw.)

Exposition

Die Exposition gibt an, wie weit das Mensch-Umwelt-System bestimmten Änderungen von Klimaparametern (z. B. Niederschlag, Temperatur etc.) ausgesetzt ist.

Sie ist ein Maß für die regionale Ausprägung (Stärke, Geschwindigkeit, Zeitpunkt erwarteter Änderungen etc.) globaler Klimaänderungen. Die Vulnerabilität einer Region, eines Systems oder eines Aktivitätsfeldes gegenüber unerwünschten Auswirkungen von Klimaänderungen ist stark von der jeweiligen regionalen Ausgangssituation abhängig und wird gemäß der Definition des IPCC überwiegend von den drei Komponenten der Exposition, der Empfindlichkeit (Sensitivität) und der Anpassungskapazität bestimmt.

Extremereignisse

Jedes Wetter, das an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Jahreszeit äußerst selten auftritt und stark von den üblichen Wetterbedingungen vor Ort und in der Zeit abweicht, ist ein extremes Wetterereignis.

siehe extreme Wetterereignisse

extremes Wetterereignis

Ein Extremwetterereignis ist ein mit Wetterbedingungen wie Hitze, Sturm oder Starkniederschlag verbundenes Ereignis, das am gegebenen Ort und zur gegebenen Jahreszeit selten ist.

Häufen sich extreme Wetterereignisse über einen längeren Zeitraum, so kann unter Umständen von einem „extremen Klimaereignis" gesprochen werden. Ein Wetterereignis, das in einer Region als extrem eingestuft wird, kann in einer anderen Region ganz normal sein.

globale Erwärmung

Als globale Erwärmung bezeichnet man den über einen längeren Zeitraum beobachteten Anstieg der Durchschnittstemperatur der Atmosphäre und der Meere sowie die künftig zu erwartende Erwärmung.

Globale Erwärmung (oder auch Klimaerwärmung) steht für die durch den Menschen verursachte gegenwärtige Klimaveränderung. Durch menschliche Aktivitäten - wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe, durch weltumfassende Entwaldung sowie Landwirtschaft und Viehwirtschaft - nimmt die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre immer weiter zu. Der natürliche Treibhauseffekt wird dadurch verstärkt, so dass eine weltweite Erwärmung stattfindet.

IPCC

Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC).

Zwischenstaatliches Expertengremium für Klimafragen, das 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen wurde. Das IPCC erhielt 2007 den Friedensnobelpreis. Im IPCC arbeiten weltweit mehr als hundert Klimaforscherinnen und Klimaforscher. Ihre Aufgabe besteht darin, EntscheidungsträgerInnen und anderen am Klimawandel Interessierten eine objektive Informationsquelle über Klimaänderungen zur Verfügung zu stellen. Das IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern fasst die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu dem Thema Klimawandel veröffentlicht wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammen. In regelmäßigen Abständen werden sogenannte Wissensstandberichte („Assessment Reports") veröffentlicht, die in vielen Fällen als Basis für die politische und wissenschaftliche Diskussion herangezogen wird. Der vierte Wissensstandbericht wurde 2007 veröffentlicht. Die Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe I (The Physical Science Basis, „Wissenschaftliche Grundlagen“) zum fünften Sachstandsbericht wurde im September 2013 veröffentlicht. Die weiteren Teile des fünften Sachstandsbericht des IPCC - die Berichte der Arbeitsgruppen II (Impacts, Adaptation and Vulnerability) und III (Mitigation of Climate Change) sowie ein Syntheseband - werden im Laufe des Jahres 2014 veröffentlicht.

Klima

Klima wird im engen Sinn als statistisches „Durchschnittswetter“ definiert, das in einer Region über Monate bis hin zu Tausenden von Jahren herrscht.

Dazu gehören die immer wiederkehrenden, tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Der klassische, von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) definierte Zeitraum (= Klimanormalperiode) beträgt 30 Jahre. Einbezogen sind Temperatur, Niederschlag und Wind. Die Wissenschaft definiert regional unterschiedliche Klima-Regionen: gemäßigt, tropisch, subtropisch, mediterran oder arktisch.

Klimaerwärmung

Der Begriff Klimaerwärmung wird synonym verwendet für die globale Erwärmung.

Als globale Erwärmung bezeichnet man den über einen längeren Zeitraum beobachteten Anstieg der Durchschnittstemperatur der Atmosphäre und der Meere sowie die künftig zu erwartende Erwärmung.

Klimamodelle

Klimamodelle simulieren das Klimasystem der Erde und seine Veränderungen auf der Grundlage von physikalischen Gesetzen durch mathematische Gleichungen.

Ein Klimamodell ist ein komplexes Computermodell, das die wichtigsten klimarelevanten physikalischen Vorgänge in der Erdatmosphäre, den Ozeanen und auf der Erdoberfläche sowie ihre gegenseitigen Wechselwirkungen vereinfacht darstellt. Klimamodelle werden als Forschungsinstrument verwendet, um das Klima zu untersuchen und zu simulieren, aber auch für operationelle Zwecke, einschließlich monatlicher, saisonaler und jahresübergreifender Klimaprognosen. Neben Globalen Klimamodellen (GCM) werden Regionale Klimamodelle (RCM) für die Simulation von regionalen Ausschnitten des globalen Klimasystems verwendet.

Klimaprognose

Eine Klimaprognose ist eine Schätzung der höchstwahrscheinlichen Entwicklung des Klimas in der Zukunft.

Weil die zukünftige Entwicklung des Klimasystems stark von den Ausgangsbedingungen abhängen kann, bestehen solche Prognosen in der Regel aus Wahrscheinlichkeitsangaben und sind nicht gleichzusetzen mit Klimaprojektionen.

Klimaprojektionen

Klimaprojektionen bauen auf Klimamodellen und Emissionsszenarien auf. Sie liefern Informationen, wie heutige und zukünftige menschliche Tätigkeiten die Zusammensetzung der Atmosphäre verändern und das globale und regionale Klima beeinflussen.

Zur Erstellung der Klimaprojektionen werden die Klimamodelle mit unterschiedlichen Szenarien über die mögliche zukünftige sozioökonomische Entwicklung gekoppelt (früher SRES-Szenarien, jetzt RCPs). Klimaprojektionen werden von Klimaprognosen unterschieden um zu betonen, dass Klimaprojektionen von den verwendeten Szenarien abhängen, die auf Annahmen, z.B. über zukünftige gesellschaftliche und technologische Entwicklungen, beruhen.

Klimaschutz

Klimaschutz umfasst sämtliche Strategien und Maßnahmen zur Minderung der Emission klimarelevanter Gase (Treibhausgase), die die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind.

Den internationalen Rahmen für den Klimaschutz bildet v.a. das 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll (verabschiedet von der 3. COP in Kyoto 1997), das für die Unterzeichnerstaaten unterschiedliche Reduktionsziele bis zum Jahr 2012 enthält. Bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde ein Klimaabkommen beschlossen, dass die Begrenzung der globalen Erwärmung auf < 2 °C (möglichst < 1,5 °C) vorsieht. Mit dem Pariser Abkommen wurde auch die Anpassung als gleichwertige 2. Säule der Klimapolitik hervorgehoben. Das Abkommen ist am 4.11.2016 in Kraft getreten und wurde bis dato (Stichtag: 15.02.2017) von 131 Staaten bzw. Vertragsparteien ratifiziert.

Klimasystem

Das Klimasystem ist ein höchst komplexes System, das - je nach Definition - aus fünf oder sechs Hauptbestandteilen besteht (je nachdem ob die Anthroposphäre als Bestandteil definiert wird): der Atmosphäre, der Hydrosphäre, der Kryosphäre, der Pedosphäre,

Essentiell für das Klimasystem ist, dass diese Bestandteile miteinander wechselwirken. Das Klimasystem verändert sich über die Zeit unter dem Einfluss seiner eigenen inneren Dynamik und durch äußere Antriebe wie Vulkanausbrüche, solare Schwankungen und menschlich induzierte Einflüsse wie die Änderung der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Landnutzung. Einzige Energiequelle des Klimasystems ist die Sonne.

Klimavariabilität

Klimavariabilität bezeichnet die zeitlichen und räumlichen Schwankungen des Klimas um einen mittleren Zustand.

Die Variabilität kann durch natürliche interne Prozesse innerhalb des Klimasystems zustande kommen (interne Variabilität) oder durch natürliche oder menschliche äußere Einflüsse (externe Variabilität) verursacht sein.

Klimaänderung

Der Begriff Klimaänderung (oder auch globale Klimaänderung) bezeichnet eine Veränderung des Klimas auf der Erde über einen längeren Zeitraum.

Das UNFCCC (United Nation Framework Convention on Climate Change) unterscheidet zwischen Klimaänderung verursacht durch die veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivitäten und Klimavariabilität aufgrund natürlicher Ursachen. Der Begriff Klimaänderung wird auch synonym für den Begriff Klimawandel verwendet.

Kohlendioxid

CO2 ist ein natürlich vorkommendes Gas, das auch als Nebenprodukt aus der Verbrennung fossiler Treibstoffe (z.B. Öl, Gas und Kohle), oder der Verbrennung von Biomasse sowie durch Landnutzungsänderungen und verschiedenen industriellen Prozessen entsteht.

Es ist das wichtigste anthropogene Treibhausgas, das die Strahlungsbilanz der Erde beeinflusst. Es ist das “Bezugsgas”, gegenüber welchem die anderen Treibhausgase gemessen werden, und hat deshalb ein globales Erwärmungspotential (GWP) von 1.

Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) wurde 1997 beim Weltklimagipfel in Kyoto (Japan) beschlossen und trat 2005 in Kraft.

Das Ziel dieses Abkommens ist es, die globale Klimaerwärmung durch Reduktion der Treibhausgasemissionen abzubremsen. Es enthält völkerrechtlich bindende Verpflichtungen zur Reduktion anthropogener Treibhausgas-Emissionen um mindestens 5 Prozent unter den Stand von 1990 innerhalb des Verpflichtungszeitraums von 2008 bis 2012. Österreich hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls dazu verpflichtet, in der Verpflichtungsperiode 2008 – 2012 seine Treibhausgasemissionen um dreizehn Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.

Kyoto-Ziel

Das Kyoto-Ziel ist die ausformulierte Verpflichtung aus dem Kyoto-Protokoll.

Das Kyoto-Ziel für Österreich sieht die Reduktion von Treibhausgasen um durchschnittlich dreizehn Prozent für die Jahre 2008 - 2012 auf Basis des Jahres 1990 vor. Das entspricht einem Zielbetrag von knapp 344 Mio Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent für die gesamte Periode.

Low-regret Maßnahmen

Low-regret Maßnahmen ermöglichen - trotz Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung des Klimas - einen großen Nutzen bei relativ geringen Kosten.

Beispiele für Low-regret Maßnahmen sind die Begrenzung der Entwicklung in Hochwasser-gefährdeten Gebieten und die Schaffung von Schutzgebieten zur Unterstützung der Biodiversitätsziele.

Morbidität

Krankheitshäufigkeit

Mortalität

Sterblichkeit oder Sterberate

No-regret Maßnahmen

No-regret Maßnahmen bringen auf jeden Fall einen umweltpolitischen und wirtschaftlichen Nutzen für die Gesellschaft mit sich, unabhängig davon in welchem Ausmaß die Klimaänderung ausfällt.

Beispiele für No-regret Maßnahmen sind die Reduktion von Leck-Schäden bei der Wasserinfrastruktur oder die Schaffung von Saison-unabhängigen Tourismus- und Freizeitangeboten.

OECD

Organisation for Economic Co-operation and Development

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde 1961 gegründet und vereinigt weltweit 34 Länder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Die OECD widmet sich folgenden Zielen: Förderung nachhaltigen Wirtschaftswachstums, höhere Beschäftigung, Steigerung des Lebensstandards, Sicherung finanzieller Stabilität, Unterstützung der Entwicklung anderer Länder und Beitrag zum Wachstum des Welthandels.

Passiver Hochwasserschutz

Der Begriff „passiver Hochwasserschutz" bezeichnet im weitersten Sinne alle Maßnahmen, die die Landnutzungen an die Gefahren der Gewässer anpasst.

Ein Beispiel für den passiven Hochwasserschutz ist der natürliche Wasserrückhalt in Augebieten und unbebauten Talräumen. Dadurch wird die Hochwassergefahr reduziert, denn: Je größer der natürliche Rückhalt und die Versickerung, desto niedriger die Hochwasserstände flussabwärts.

Permafrostböden

Permafrostböden sind Dauerfrostböden, die ab einer gewissen Tiefe das ganze Jahr hindurch gefroren sind.

ppm

parts per million

Einheit zur Messung - etwa von Treibhausgasen

Regionales Klimamodell

Globale Vorhersagen werden durch verschiedene Methoden auf regionale Ebenen abgeleitet.

Globale Vorhersagen sagen wenig über die Klimaänderungen in Staaten oder Regionen aus, sodass die Ausarbeitung regionaler Klimamodelle angestrebt wird. Zwei unterschiedliche Vorgehensweisen werden bei den regionalen Klimamodellen verwendet. Eine Vorgehensweise stellt zunächst Beziehungen zwischen Großwetterlagen und der Situation in kleineren Gebieten in der Vergangenheit her und leitet dann anschließend aus den globalen Klimamodellen Vorhersagen auch für die Zukunft des regionalen Klimas ab. Eine andere Vorgehensweise wie z. B. das REMO (Regionalmodell) oder das CLM (Climate Local Model) leiten ihre Ergebnisse direkt aus den globalen Klimamodellen ab, indem sie Parameter für Teilgebiete erstellen.

Repräsentative Konzentrationspfade

Im Rahmen des 5. Sachstandsberichts des IPCC wurden sogenannte „Repräsentative Konzentrationspfade“ (Representative Concentration Pathways - RCPs) entwickelt, die die früheren SRES-Szenarien ersetzen.

Bei diesen neuen Szenarien handelt es sich um Konzentrations-Pfade, da die Treibhausgas-Konzentration und der Strahlungsantrieb den Ausgangspunkt bilden und nicht wie bei den traditionellen Szenarien die Entwicklung von sozio-ökonomischen Entwicklungen. Die Bezeichnung "repräsentativ" weist darauf hin, dass es sich um Repräsentationen für einen größeren Satz an Szenarien handelt: Die vier Szenarien RCP2.6, RCP4.5, RCP6 und RCP8.5 stehen für eine größere Anzahl von in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlichten Szenarien.

Resilienz

Resilienz (Robustheit, Widerstandsfähigkeit) beschreibt die Toleranz eines Systems gegenüber Störungen bzw. die Fähigkeit, mit Veränderungen umgehen zu können.

Resilienz ist die Fähigkeit eines Sozial- oder Ökosystems, Störungen aufzunehmen und gleichzeitig dieselbe Grundstruktur und Funktionsweisen, die Kapazität zur Selbstorganisation sowie die Kapazität, sich an Stress und Veränderungen anzupassen, zu bewahren.

Sensitivität

Sensitivität (oder Empfindlichkeit) bezeichnet das Maß, in dem ein natürliches oder menschliches System durch Klimaänderungen beeinflusst werden kann.

Die Sensitivität (oder Emfpindlichkeit) beschreibt, wie stark ein Mensch-Umwelt-System durch Klimaänderungen beeinflussbar bzw. veränderbar ist. Die Veränderung kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen mit sich bringen. Änderungen des Systems können eine direkte (z. B. Änderung der Erntemengen durch veränderte klimatische Bedingungen) oder eine indirekte (z. B. Einkommensverluste für landwirtschaftliche Betriebe durch geringere Ernteerträge) Folge von Klimaänderungen sein. Die Vulnerabilität einer Region, eines Systems oder eines Aktivitätsfeldes gegenüber unerwünschten Auswirkungen von Klimaänderungen ist stark von der jeweiligen regionalen Ausgangssituation abhängig und wird gemäß der Definition des IPCC überwiegend von den drei Komponenten der Exposition, der Empfindlichkeit (Sensitivität) und der Anpassungskapazität bestimmt.

SRES-Szenarien

„Special Report on Emission Scenarios" (SRES-Szenarien) sind Emissionsszenarien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC). 2013 wurden die SRES-Szenarien durch sogenannte RCPs ersetzt.

Das IPCC verwendete die sogenannten SRES-Szenarien seit seinem 2001 veröffentlichten Bericht. Die 40 Szenarien des SRES werden in vier Hauptgruppen, nämlich die "Szenario-Familien" A1, B1, A2 und B2, unterteilt. Den Szenario-Familien liegt eine Koppelung unterschiedlicher sozioökonomischer Ausgangsannahmen zugrunde. Wichtige Einflüsse auf die sozioökonomischen Infrastrukturen haben etwa die Anzahl der auf dem Planeten lebenden Menschen, der Umgang mit Energie und Ressourcen und die technologische Entwicklung. Bei den Szenario-Familien werden diese Einflussgrößen miteinander kombiniert, weil man davon ausgeht, dass sie wahrscheinlich für die zukünftige Emissionsentwicklung verantwortlich sind.

StartClim

StartClim ist ein österreichisches Klimaforschungsprogramm, das 2003 von der Klimaforschungsinitiative AustroClim initiiert wurde.

Im Rahmen von StartClim-Projekten werden neue Themen, die mit Klima bzw. Klimawandel in Zusammenhang stehen, aus den verschiedensten Sichtweisen und von verschiedensten Fachrichtungen interdisziplinär erforscht.

Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt ist die namensgebende Wirkung von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf die Temperatur am Boden. Dadurch stellen sich auf Planetenoberflächen höhere Temperaturen ein, als sich ohne Treibhauseffekt einstellen würden.

Der Treibhauseffekt entsteht dadurch, dass die Atmosphäre weitgehend transparent ist für die von der Sonne ankommende kurzwellige Strahlung, jedoch wenig transparent ist für die langwellige Infrarotstrahlung, die von der warmen Erdoberfläche und von der erwärmten Luft emittiert wird. Durch diese Fähigkeit wird eine Temperaturerwärmung erreicht, ohne die das Leben auf der Erde gar nicht möglich wäre (= natürlicher Treibhauseffekt). Seit der Industriellen Revolution verstärkt der Mensch den natürlichen Treibhauseffekt durch den Ausstoß von Treibhausgasen und der daraus ergebende Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre erheblich. Der höhere Anteil von Treibhausgasen sorgt dafür, dass mehr Sonnenstrahlen in der Atmosphäre bleiben und sich dadurch das Klima aufheizt. Die aktuelle Klimaerwärmung begründet sich durch diesen vom Menschen verursachten Treibhauseffekt.

Treibhausgase

Treibhausgase sind strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl einen natürlichen als auch einen anthropogenen Ursprung haben können.

Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung, die sonst in das Weltall entweichen würde. Diese Eigenschaft verursacht den Treibhauseffekt. Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O), Methan (CH4) und Ozon (O3) sind die Haupttreibhausgase in der Erdatmosphäre. Außerdem gibt es eine Vielzahl ausschließlich menschengemachter Treibhausgase in der Atmosphäre, wie die Halogenkohlenwasserstoffe und andere chlor- und bromhaltige Substanzen. Neben CO2, N2O, und CH4 befasst sich das Kyoto-Protokoll mit den Treibhausgasen Schwefelhexafluorid (SF6), Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKWs) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKWs).

UNFCCC

Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change) ist ein internationales Umweltabkommen zur Bündelung der weltweiten Anstrengungen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung.

Die Konvention legt die Kernziele und Prinzipien der internationalen Klimapolitik fest und bildet die Grundlage für weitergehende Abkommen. Ein wichtiger Meilenstein war die Erarbeitung des Kyoto-Protokolls, das 2005 von 183 Industriestaaten ratifiziert wurde. Die Klimarahmenkonvention wurde 1992 in New York City verabschiedet und im gleichen Jahr auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro von den meisten Staaten unterschrieben. Sie trat am 21. März 1994 in Kraft. Das Sekretariat, das die Umsetzung der Konvention begleitet, hat seinen Sitz in Bonn.

Unsicherheit

Unsicherheit ist ein Ausdruck für das Ausmaß, in dem ein Wert, Zustand oder Prozess unbekannt ist z.B. der zukünftige Zustand des Klimasystems.

Auch Klimaprojektionen haben es mit unübersehbar vielen Ursachen und Wechselwirkungen zu tun und sind mit Unsicherheiten behaftet. Diese Unsicherheiten lassen sich grob in drei Gruppen teilen: 1. Unsicherheiten, die die externen Einflussfaktoren auf das Klima betreffen (z.B. zukünftige Entwicklung der Weltgesellschaft), 2. Unsicherheiten, die aus der begrenzten Kenntnis über das Klimasystem resultieren (z.B. Rückkopplungsprozesse, kleinräumige Vorgänge, Einfluss der Wolkenbildung) und 3. solche, die in den Defiziten von Klimamodellen (z.B. Auflösung) begründet sind.

Vulnerabilität

Die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) gibt an, inwieweit ein System für nachteilige Auswirkungen der Klimaänderungen (inklusive Klimaschwankungen und -extreme) anfällig ist bzw. nicht fähig ist, diese zu bewältigen.

Die Vulnerabilität hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Vulnerabilität eines Systems leitet sich ab aus dem Charakter, der Größenordnung und der Geschwindigkeit der Klimaänderung und -abweichung (Exposition) sowie aus der Empfindlichkeit (Sensitivität) des betroffenen Systems und dessen Fähigkeit, sich den veränderten Bedingungen anzupassen (Anpassungskapazität). Eine vollständige Vulnerabilitätsbewertung im Sinne dieser Definition des IPCC umfasst die getrennte Bewertung der drei Komponenten Exposition, Sensitivität und Anpassungskapazität sowie deren funktionelle Verknüpfung.

Wetter

Spürbarer, augenblicklicher Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort der Erdoberfläche, der unter anderem als Sonnenschein, Bewölkung, Regen, Wind, Hitze und Kälte in Erscheinung tritt.

Win-win-Maßnahmen

Win-win-Maßnahmen verbessern die Anpassungskapazität an den Klimawandel oder minimieren die Klimarisiken. Sie bringen zusätzlich gesellschaftliche, ökologische oder ökonomische Vorteile mit sich.

Ein Beispiel ist die Verbesserung der Kühlungsmöglichkeit von Gebäuden durch erhöhte Beschattung und/oder durch alternative, weniger energieintensive Kühlungsstrategien.

Witterung

Wetter im Mittel über einige Tage bis Wochen (z. B. Witterung im Dezember 2002).

ZAMG

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik

Letzte Änderung: 14.09.2016