Die Anpassung als zweite Säule in der Klimapolitik

Neben dem Klimaschutz ist die Anpassung an klimawandelbedingte Auswirkungen die notwendige zweite Säule der Klimapolitik. Um die aktuellen und zu erwartenden Folgen des Klimawandels auf Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zu verringern, sind Initiativen und Maßnahmen zur Anpassung erforderlich. Sowohl einzelne Staaten als auch internationale Organisationen haben dies erkannt und setzen sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem Thema „Klimawandelanpassung" auseinander. Mögliche Risiken und Herausforderungen durch den Klimawandel werden diskutiert und geeignete Herangehensweisen zur Anpassung entwickelt.

Die Ausarbeitung einer nationalen Anpassungsstrategie hat zum Ziel, nachteilige Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden bzw. zu mindern und gleichzeitig sich neu ergebende Chancen zu nützen. Eine Anpassungsstrategie schafft einen bundesweiten übergeordneten Handlungsrahmen, aus dem konkrete Maßnahmen abgeleitet werden können. Weiters soll eine Strategie Entscheidungsgrundlagen bereitstellen, die es ermöglichen, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Durch eine gut aufeinander abgestimmte Ausarbeitung und bereichsübergreifende Betrachtung von Anpassungsaspekten können negative Auswirkungen auf andere Bereiche weitgehend verhindert werden und Synergien zwischen den verschiedenen Sektoren bestmöglich genutzt werden.

Trotz bestehender Unsicherheiten über das konkrete Ausmaß der Klimawandelfolgen für die unterschiedlichen Regionen und Bereiche ist die frühzeitige Planung und Durchführung von konkreten Anpassungsmaßnahmen von großer Wichtigkeit. Ein Zuwarten verringert die Möglichkeit für eine erfolgreiche Anpassung und erhöht die damit verbundenen Kosten (IPCC, 2007). Für die vorausschauende Planung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen steht eine breite Auswahl von Möglichkeiten zur Verfügung, die sowohl von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern als auch von Gemeinden/Regionen oder privaten und öffentlichen Einrichtungen durchgeführt werden können, wie z.B.:

  • Technologische Maßnahmen, wie z.B. Bau von Infrastruktur für die Vernetzung von wasserarmen mit wasserreichen Regionen (Errichtung eines Wasserverbands).
  • Wissenserweiterung, wie z.B. durch zusätzliche Forschungsförderung zur Verbesserung der Daten, Informationsbereitstellung für betroffene Bürgerinnen und Bürger.
  • Initiativen zur Änderung des Verhaltens, wie z.B. sparsamer Umgang mit Wasser.
  • Bewirtschaftungsmaßnahmen, wie z.B. Einsatz von Sorten, die gegenüber Trockenheit widerstandfähiger sind oder wassersparende Bodenbearbeitung in der Landwirtschaft.
  • Politische Initiativen, wie z.B. finanzielle Anreize für Anpassungsmaßnahmen.